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Gumpendorfer U-Bogen 6-7,1060 Wien

flat1
presents
 

DUO_

Katrin Plavčak & Ronald Kodritsch

Eröffnung

Dienstag, 15. Oktober 2019, 19h

Ort: U-Bahnbogen 6-7, 1060 Wien


 

Öffnungszeiten   Mi 15 – 18 Uhr
Finissage        Do 19 – 22 Uhr

 

spielen in ihren Positionen im Zwei- und Dreidimensionalen auf jeweils spezielle Weise mit dem Figürlichen und setzen durch Hinzufügungen und Weglassungen immer neue Assoziationsketten in Gang. Visual Thinking, das von bekannten Figuren aus Kino und TV über Motive aus der Kunstgeschichte bis hin zu Anlehnungen an den Piktogramme-Style einer bunten, dem Zwang zu Verknappung verpflichteten Imformationsgesellschaft reicht.

Communities oder das Versprechen von Glück

Katrin Plavčak entwickelt ins Fantastische reichende, lustvoll launig angelegte, oft locker aus der Hand gemalte malerische Capriccios – nennen wir sie Genrebilder oder Gruppenporträts –, wobei Themen und mediale Beutestücke aus Nachrichten, Literatur, Science-Fiction, Kunstgeschichte oder der Mythologie verarbeitet werden. Ihre bemalten Cut-out-Figurengruppen, die an Werbeträger in Kinofoyers erinnern, entstanden zunächst für die Grazer Ausstellung Was vom Kino übrig blieb (Künstlerhaus Graz, 2018) und sind nun durch neue, eigens für Good Space (Villa Merkel Esslingen 2019) realisierte Varianten ergänzt worden. Die grotesken lebensgroßen Figurengruppen, die das jeweilige Personal vor allem aus Spielfilmklassikern vereinen, spielen auf die schwindende Wirkkraft des Kinos an, indem sie die enorme gesellschaftliche Relevanz, die das frühere Leitmedium Film im 20. Jahrhundert innehatte, ins Gedächtnis rufen.
 
(...In einer zweiten Figurengruppe findet sich der kauzig schrullige ALF, auch er ein gestrandeter Außerirdischer, der Protagonist einer Sitcom - Serie und ebenso zottelig wie unersättlich – eine stete Gefahr für die Hauskatze seiner Gastfamilie darstellt. Er trifft in der Figurengruppe auf das schemenhaft wiedergegebene Personal aus Géricaults berühmtem Monumentalgemälde Floß der Medusa, das, 1818/1819 entstanden, als eine der dramatischsten Schilderungen von unfreiwilliger Schicksalsgemeinschaft, Verzweiflung und kollektivem Untergang gilt. Géricault malte das Bild vor dem Hintergrund des seinerzeit aufsehen erregenden Untergangs der französischen Fregatte Meduse, in dessen Folge Schiffbrüchige wochenlang hilflos auf See trieben, wobei alle Rettungsversuche fehlschlugen. Géricault, von der Vorstellung der sich ständig wechselnden Stimmungslagen auf dem Floß gefesselt, wo Hoffnung und Solidarität abgelöst wurden von Verzweiflung und Egoismus bis hin zu kannibalistischer Selbstvergessenheit, schuf eine schaudererregende Schilderung von Überleben und Tod. An anderer Stelle finden bei Katrin Plavčak unter dem Label Strong Women u. a. zueinander die Detektivin Miss Marple, eine Chinesische Frau, die ihren Mann trägt, die Frau, die nicht in den Lift nach oben passt, oder auch Charaktere aus Russ Meyers Low-Budget-Exploitationfilm Faster, Pussycat! Kill! Kill! (dt. Die Satansweiber von Tittfield).

Text: Andreas Baur

Das gute gemalte Bild vermittelt sich zugleich als Herausforderung – als Testbild, das die Konvention einer Geschichtedes »guten Geschmacks«
mit der Konvention des »moralisch Verdächtigen« kurzschließt. Die Bilder von Kodritsch verleihen beiden Gehör, verknüpfen sie im Horizont des Disparaten zu einer Ästhetik des Widerspruchs. Vexierbildartig kippt der Blick von der komplexen malerischen Struktur in die Banalität des Motivs und vonvdort zurück in die Reflexion einer Geschichte der Malerei: Die Referenzen reichen quer durch die Kunstgeschichte, von der romantischen (Landschafts-)Malerei über die Geschichte der Abstraktion und den abstrakten Expressionismus über Kippenberger & Co. bis hin zur Gegenwart. Die – wie am Beispiel der Traktorbildervgut nachvollziehbare – Struktur eines durchgängigen Bildmotivs öffnet den Blick für das Nebeneinander variabler malerischer Sprachen und Referenzen. Im Wiederholen des gleichen Motivs neutralisiert sich selbst dessen Gegenständlichkeit zur abstrakten Figur. Vom Traktor bleibt dann nur mehr die Kombination aus einer runden und eckigen Form, die von einer anthropomorphen Figur gesteuert wird. In der Ausformung der einzelnen Partien entkoppelt sich die malerische Interpretation vom gegenständlichen Motiv, um sich losgelöst von diesem oder gegen dieses gewandt als eigengesetzliche Größe in Szene zu setzen. Diese Eigengesetzlichkeit der Malerei scheint das Disparate zu neutralisieren, sich hinwegzusetzen über den Widerspruch. Allein der Versuch, das Motiv auszublenden, darüber hinwegzusehen, hieße auch, das Kolorit von Spiel und Ironie zu übersehen. Was auf dem Spiel steht, ist gerade das Aufrechterhalten des Disparaten, ein Moment des Zwiefältigen und des Zweifels. Anstelle den Zweifel zu beseitigen, ihn loszuwerden übers Erhabene der malerischen Geste, gilt die stete Wiederkehr des Motivs nicht nur der Variabilität sondern auch einem Insistieren. 

Textauszug:  Mag. Dr. Andreas Spiegl
 

 

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